Zur kleinsten mittelalterlichen Burg  in Sachsens 


Wanderplan
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13 km - Oberrabenstein-Stausee-Burg Rabenstein-Rabensteiner Eisenbahnviadukt-Hoppberg-Wildgehege-Mühle Rottluff-Pleißenbach-Crimmitschauer Wald-Fischbornquelle-Botanischer Garten


Rabenstein - Das Tor zum Erzgebirge

Rabenstein liegt am Landschaftsschutzgebiet „Rabensteiner Wald“ das im Wesentlichen aus dem „Rabensteiner Höhenzug“ besteht. Dieser Höhenzug trennt den Nordrand des Erzgebirgischen Beckens vom Südrand des Mittelsächsischen Lößlehmgebietes – somit kann man Rabenstein als „Tor des Erzgebirges“ bezeichnen. Der breitflächige Rabensteiner Höhenzug fällt zum Erzgebirgischen Becken über 100 Meter steil ab. Die Höhenlage beträgt 314 bis 416 Meter über Normalnull.

Der Rabensteiner Wald befindet sich am westlichen Stadtrand von Chemnitz. Das Waldgebiet liegt zum größten Teil in der Gemarkung Grüna und schließt kleine Teile der Gemarkungen RabensteinRöhrsdorf und Pleißa ein. Seit der Eingemeindung von Grüna im Jahr 1999 gehört der größte Teil des Waldes zum Gebiet der Stadt Chemnitz. Er liegt auf dem Rabensteiner Höhenzug, einem langgestreckten Bergrücken.

Eingebettet in den Rabensteiner Wald liegt der 6,5 Hektar große Stausee Rabenstein. Der See wurde zwischen 1972 und 1976 als Kernbereich des städtischen Betriebes Naherholungszentrum Oberrabenstein angelegt und 1976 als Badesee mit Ruderbetrieb eröffnet. Zum Betrieb Naherholungszentrum Oberrabenstein gehörten ein Campingplatz, das FKK-Bad mit Sauna und das Wildgatter mit Reit- und Fahrbetrieb. Nach der Wende wurde das Naherholungszentrum als städtischer Betrieb aufgelöst und die einzelnen Bereiche anderen städtischen Betrieben angegliedert bzw. privatisiert. Der See wird nach wie vor als beliebtes Freibad mit Badestrand genutzt, hier steht u. a. die längste Edelstahlwasserrutsche Deutschlands.

Das Absperrbauwerk ist ein Steinschüttdamm. Die gestauten Gewässer sind der Tränkbach und der Eisenbach.

Die Burg Rabenstein

Die Burg Rabenstein ist die kleinste mittelalterliche Burg Sachsens und wurde im Jahr 1336 erstmals erwähnt. Die Burg entstand vermutlich um 1170. Zunächst war sie im Besitz der Herren von Waldenburg, ab 1375 gehörte sie zum Chemnitzer Benediktinerkloster.

Seit 1619 gehörte sie bis in das 18. Jahrhundert der Familie Carlowitz. Am 14. Dezember 1645 wurde Hans Carl von Carlowitz auf der Burg Rabenstein geboren, mit seinem Werk „Sylvicultura oeconomica“ entwickelte er 1713 Begriff und Prinzip der Nachhaltigkeit. Schon für 1819 ist eine Sanierung der Burg nachweisbar. Inzwischen zu einem gern besuchten Ausflugsziel geworden, musste sie 1942 wegen Einsturzgefahr geschlossen werden. 1955/1956 wurde sie erneut saniert und 1959 wieder zugänglich gemacht.

Das Rabensteiner Viadukt 

Das Rabensteiner Viadukt ist eine Eisenbahnbrücke der ehemaligen Bahnstrecke Limbach–Wüstenbrand in Chemnitz-Rabenstein in Sachsen. Das Rabensteiner Viadukt war eine der ersten Brücken, bei der – statt Gusseisen  legierter Stahl verbaut wurde.

Der Bau des Viadukts erfolgte in den Jahren 1896 und 1897 durch die Königin Marienhütte aus Cainsdorf. Die Baukosten betrugen 190.836 Mark (1871), die Fachwerk-Konstruktion zwischen den gemauerten Widerlagern besteht aus 225 Tonnen Stahl.

Im Jahr 1950 fuhr der letzte Zug über die Brücke, danach wurden die Gleise demontiert. Das Oberbaumaterial gelangte zum Bahnhof Fleetmark der Bahnstrecke Stendal–Uelzen, um dort bei der Instandsetzung verwendet zu werden.

Seit dem Jahr 1986 steht das Viadukt unter Denkmalschutz, die Bahntrasse dient heute – nach einem Umbau im Jahr 1984 – als Wanderweg. Nach einer im Oktober 2023 abgeschlossenen Sanierung ist die Brücke durch Geländeranpassungen nun auch für Radfahrer freigegeben.

  • größte lichte Bogenweite: 39,6 m
  • Höhe über Talsohle: 17,9 m
  • Gesamtlänge: 150 m
  • Gesamtlänge der Stahlkonstruktion: 101 m
  • Breite: 4,5 m

Das Bauwerk ist nicht nur touristisch bedeutend, sondern hat auch einen hohen Stellenwert als technisches Denkmal und wurde daher in seiner ursprünglichen Substanz erhalten. Um die architektonische und handwerkliche Meisterleistung noch besser zur Geltung zu bringen, wird das Bauwerk künftig bei Dunkelheit von vier LED-Strahlern beleuchtet.

Der Aussichtspunkt Hoppbergblick ist nur 400 Meter Luftlinie von der Burg Rabenstein und dem Eisenbahnviadukt entfernt und bietet einen Blick in östlicher und südlicher Richtung über die Ortsteile Rabenstein, Reichenbrand Schönau, Rottluff und weiter nach Chemnitz hinein.

Die Schmidt-Rottluff-Mühle

Bei der Rottluffer Mühle handelt es sich um den urkundlich seit 1548 belegten Standort einer Wassermühle mit Mühlgraben am Abzweig des Dorfbaches, der jetzt Pleißenbach heißt. 1883 erwirbt der Mühlenwerksführer Friedrich August Schmidt das Mühlengrundstück. Hier wird am 01.12.1884 sein Sohn Karl Schmidt geboren.

1892 vernichtet ein Brand die alte Mühle. 1893-94 erfolgt der Neuaufbau der heute noch erhaltenen Mühle als Dampfmühle mit Wohnung für die Familie Schmidt. Die Mühle wurde später per Elektromotor (noch erhalten) angetrieben. Sie verfügt über vier Walzenstühle. (Ein Walzenstuhl ist eine Zerkleinerungsmaschine in der das Mahlgut zwischen rotierenden Walzen aufgebrochen und zerrieben wird. Diese Bauform der Mühle ist heute noch die verbreitetste in industriellen Getreidemühlen.) Heute sind mit Walzenstühlen, Mahlgängen und Transmission fast alle technischen Details erhalten.

Rottluff findet als Waldhufendorf erstmals 1375 Erwähnung. Als Stadtteil gemeindete ihn Chemnitz 1929 ein. Doch bekannter als diese geografische Existenz ist der Name eines Künstlers: Karl Schmidt-Rottluff. Der Müllersohn wurde 1884 hier geboren und studierte an Dresdens TU Architektur. Das gab er zugunsten seiner Malkunst auf. Mit Freunden gründete er 1905 die Brücke und fügt zum Familiennamen Schmidt den seines Geburtsorts Rottluff. „Mit seinen Kollegen Kirchner, Heckel, Nolde und Pechstein entwickelte er eine Ausdrucksweise, die radikal mit allen bis dahin gängigen Regeln brach. Unvermischte, extrem bunt wirkende Farben und eine immer stärker vereinfachte Formensprache sind kennzeichnend für Schmidt-Rottluffs Expressionismus.“

Zunächst übte die Farbensprache van Goghs starken Einfluss auf ihn aus, später die Kunst Afrikas. „Nach 1918 lässt Schmidt-Rottluff seinen expressiven Stil in großformatigen Bildern kulminieren. In den 30er Jahren findet er zu einer neuen realistischen Form.“ Die Nazis säubern die Museen von seinen Werken: Schmidt-Rottluff gilt ihnen als undeutsch entartet. Am 20. März 1939 werden einige seiner Bilder öffentlich verbrannt. Er malt in der inneren Emigration Werke verklausolierter Inhaltlichkeit. Schmidt-Rottluff stirbt in West-Berlin 1976. 2011 erlangt die Schmidt-Rottluff-Mühle durch ihre „symmetrisch gegliederte, mittenbetonte Fassade und Dekor in Neorenaissanceformen“ als Architekturdenkmal Mittel aus dem Konjunkturpaket II. Die Städtischen Kunstsammlungen besitzen 278 Werke des Künstlers.

Der Crimmitschauer Wald

Der Crimmitschauer Wald, zwischen Borna und Altendorf, trägt vermutlich seit dem 14. Jahrhundert den Namen des Abtes Ulrich von Crimmitschau aus dem Chemnitzer Benediktinerkloster. Dem Kloster diente der Wald hauptsächlich zur Jagd. Nach der Auflösung des Klosters gehörten nur 21 ha des Waldes zur Chemnitzer Stadtflur. Erst mit der Eingemeindung Altendorfs im Jahr 1900 folgte der größere, restliche Teil. 

Der Stadtwald Chemnitz zählt zu den am längsten bestehenden Kommunalforstbetrieben im Freistaat Sachsen (Sächsische Landesanstalt für Forsten 1995). Der Ratswald (heute Zeisigwald) wurde der Stadt vermutlich schon bei ihrer Gründung im 12. Jahrhundert zugewiesen. Ein „Krimnitzer“ Wald, der heutige Crimmitschauer Wald, dessen Schreibweise sich im Lauf der Zeit mehrfach änderte, wird um das Jahr 1544 als zur Stadt gehörend genannt (Schöpe 1989). Die anderen Waldteile kamen erst später 

in den Besitz der Stadt. Das Holz, das die kommunalen Wälder lieferte, vermochte bereits im 15. und 16. Jh. den Bau- und Brennholzbedarf der Stadt nicht zu decken. Die Sorge vor einer Holznot forderte zur intensiven Beschäftigung mit waldbaulichen Problemen heraus. Im Jahre 1713 erschien mit der Sylvicultura oeconomica das erste selbständige Werk über die Forstwirtschaft. Der auf Burg Rabenstein geborene Autor Hans Karl von Carlowitz gilt als wesentlicher Schöpfer des forstlichen Nachhaltigkeitsbegriffs. In seinem Werk behandelt er u. a. intensiv die Nadelholzsaat.

Café Milchhäuschen  auf der Schlossinsel

Espitas – Hier is(s)t Mexiko


Quellenangabe: Text und Bild sind zum Teil Auszüge aus Wikipedia und Internet