Apolda – Die Glockenstadt  im Weimarer Land


Wanderplan

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13 km - Durch den Schötener Grund und über die Heeressener Promenade von Apolda


Apolda ist die „Glockenstadt“, weil sie auf eine über 200-jährige Tradition des Glockengießens zurückblicken kann. Die mit 24 Tonnen schwerste und größte freischwingende und läutbare Glocke ging u.a. daraus hervor: die St. Petersglocke (“Decke Pitter”) des Kölner Doms.

Untrennbar mit der Geschichte Apoldas ist die Tradition des Strickgewerbes verbunden – und damit der Name „David, der Strickermann“, der 1593 die Kunst des Strumpfstrickens in Apolda einführte. Daraus entwickelte sich eine bedeutende Stricker- und Wirkerindustrie, die bis Ende der 80er Jahre die Stadt dominierte.

Heute erinnern der Apolda European Design Award sowie erfolgreiche Modefirmen wie StrickChic oder Kaseee an diese glorreichen Zeiten.

In den Jahren 1904 bis 1928 wurden in der Apoldaer Firma Ruppe und Sohn (ab 1912 “Apollo-Werke AG”) Automobile der Marken “Piccolo” und “Apollo” in verschiedenen Ausführungen hergestellt. Die Beliebtheit dieser Fahrzeuge resultierte u.a. aus dem relativ niedrigen Verkaufspreis, der guten Qualität und den vielen Erfolgen im damaligen Rennsport im In- und Ausland. Aus der Automobilbau-Tradition heraus findet jährlich am ersten Juni-Wochenende das Oldtimer-Schlosstreffen statt, das viele Oldtimerfreunde aus ganz Deutschland nach Apolda lockt.

Auch der weltweit bekannte Rassehund Dobermann, vom Apoldaer Bürger Karl Friedrich Louis Dobermann (1834-1894) herangezüchtet, hat seine Wiege in der Stadt. Heute erinnert ein Denkmal an die schöne Hunderasse und deren Ursprung in Apolda.

Schötener Promenade

Zum Wohle der Bevölkerung wurden 1876, initiiert von der Stadtverwaltung und dem Verschönerungsverein, längs des Schötener Baches Laub- und Nadelbäume angepflanzt und Wege angelegt. Ziel war es, eine "grüne Oase" für die Bürger der industriell geprägten Stadt zu schaffen. Die Einwohner Apoldas konnten somit stadtnahe Spaziergänge in staubfreier Luft unternehmen. Die Menschen strömten in das neue Grün der Stadt, weshalb eine Erweiterung dringend stattfinden musste.

Eine Reihe von Gärten und mit Obstbäumen bepflanztes Land wurden unter den Plänen des Oberhofgärtners des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach, Otto Ludwig Sckell (1861-1948), in städtischer Regie als Promenade aus- und umgebaut. Diese reichte bald bis an das Dorf Schöten heran. Das Land zwischen der Schötener Promenade und der Hermstedter Straße wurde mit Fichten, Kiefern und Laubhölzern aufgeforstet. Heute hat die Schötener Promenade eine Längenausdehnung von ca. 2 km und eine Fläche von rund 45 Hektar.

Im Sommer herrscht in der Promenade aufgrund der großen, schattenspenden Bäume eine angenehme Frische und im Winter wirkt die Promenade wie verzaubert, wenn alles Grün und Gehölz von Eis und Schnee bedeckt ist. Am Rodelberg treffen sich dann viele Familien mit Kindern, welche den Berg hinunter sausen.

Herressener Promenade

Die Herressener Promenade ist ein Gartendenkmal und nur wenige Minuten vom Marktplatz entfernt. "Zum Spazieren auf staubfreien Wegen" wurde sie Ende des 19. Jahrhundert als "grüne Oase" für die Apoldaer Bevölkerung angelegt. Die Herressener Promenade entstand vor über 100 Jahren in mehreren Etappen unter Mitwirkung des Großherzoglich Sächsisch-Weimarischen Hofgärtners und Garteninspektors Otto Ludwig Paul August Sckell (1861-1948) aus der berühmten Gartenbaufamilie Sckell.

Das langgestreckte Gelände war 2017 Kulisse der 4. Thüringer Landesgartenschau Blütezeit Apolda und gliedert sich nach der grundhaften Sanierung in drei Flächen: den urban geprägten Lohteich mit Stadtterrasse, den naturnah gestalteten Friedensteich mit Seerosenbalkon sowie die Festwiese. Diese sind mit einem umlaufenden Hauptweg sowie diversen kleineren Wegen verbunden. Charakteristisch sind die Alleen mit Altbaumbeständen, die eine natürliche Raumgrenze entlang der Längsseiten formen. Die Grenze und zugleich den Übergang zwischen der Innenstadt bildet die Adolf-Aber-Straße auf der einen und die ca. 8 Meter hohe Rasenskulptur auf der anderen Seite Richtung Herressen.

Heute überzeugt die 15 Hektar große Herressener Promenade mit ihrem alten Baumbestand und im Sinne eines Landschaftsparks mit spannungsreichen Blickachsen zwischen schattigen Baumalleen, sonnigen Wiesen mit Solitärbäumen und den beiden Teichen.