Vom Wallendorfer See nach Schkopau
15 km Wallendorf (Bergschänke)-NLP Rüsterweg-Wallendorfer See-Burgliebenau-Bischofsschloss- Gerwische-Kollenbay-Schkopau-Reichsbahnbrücke-Schloss + Park-Schkopau
Termin: Sonntag, den 08. Februar 2026
Treff: 09.00 (!) Uhr Leipzig, Angerbrücke/Straßenbahnhof
Abfahrt: 09.03 Uhr Bus 131 (Merseburg) .. 09.38 Wallendorf (Luppe), Bergschänke
08.47 Uhr TRAM 15 (Miltitz) .. 08.56 Uhr Angerbrücke/Straßenbahnhof
Tarif: D-Ticket (63,- €) - Jeder selbst
Rückfahrt: 15.01 Uhr Schkopau, S11 (Halle) ..
15.31 Uhr Halle, S 5X (Leipzig) .. 15.57 Uhr an Leipzig - 1/2 stündlich
Optional: Verpflegung aus dem Rucksack
Der Wallendorfer See
Der Wallendorfer See liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Raßnitzer See. Beide Gewässer entstanden als Bergbaufolgelandschaft nach der Einstellung des Braunkohleabbaus aus Restlöchern des Tagebaus Merseburg-Ost (1991).
Die Restlöcher 1a und 1b des Tagebaus Merseburg Ost wurden im Jahr 2003 vom damaligen Zweckverband Saale-Elster-Luppe-Aue, mit Unterstützung der Gemeinde Schkopau, erworben. Die zwei Restlöcher wurden 1998 bis 2000 durch Rohrleitungen aus der Weißen Elster geflutet. Die entstandenen Seen erhielten 2002 die Namen Wallendorfer See und Raßnitzer See. Jeder der beiden Seen hat eine Wasserfläche von rund 300 ha. Vom dem 2010 sanierten Aussichtsturm in Raßnitz hat man eine gute Sicht über beide Seen.
Naturidyll am Ortsausgang
Geschichte der Burg Liebenau
Burg Liebenau entstand wohl Ende des 12. Jahrhunderts zur Sicherung eines Flussübergangs über die Weiße Elster. Hier wurde von Halle kommend Salz, das weiße Gold, weiter in fränkische, sächsische und böhmische Lande gebracht.
Zu dieser Zeit befindet sich die Burg im Besitz der Ritter von Liebenau, einer Adelsfamilie, die sich immer wieder im Gefolge der Markgrafen von Landsberg findet.
Zum Ende des 13. Jahrhunderts scheint die Familie v. Liebenau im Mannesstamme auszusterben. Wohl damit fiel die Burganlage an den Erzbischof von Magdeburg. Von diesen kam es an die Bischöfe von Merseburg. Gemeinsam konnten diese auch die nahen Burgen in Schkopau und Lauchstädt erwerben – wichtige Grenzburgen im Norden des Merseburger Bistums. Der jahrhundertelange Besitz durch die Bischöfe führte auch zum Namen Bischofsburg. Etwa 1530 unter Bischof Vincenz erfolgte ein erster Umbau von der Burg hin zum Schloss.
Nach der Reformation kam die Burg an Kursachsen. Ab 1656 lag sie im neu entstandenen Fürstentum Sachsen-Merseburg. Unter dem jagdbegeisterten Herzog Christian I. (+1691) wurde die Burg zum beliebten Ausgangspunkt für Jagden in der wildreichen Elsteraue. Nach dem Aussterben der Linie Sachsen-Merseburg legte sich langsam der Schleier des Vergessens über das Haus.
Mit dem Wiener Kongress 1815 fiel Burgliebenau gemeinsam mit dem Merseburger Umland an das Königreich Preußen. Dort konnte man mit der sächsischen Geschichte nur wenig anfangen. Die Burg- und Schlossanlage wurde 1827 an Johann G. Lorenz verkauft. Bis zur sogenannten „demokratischen Bodenreform“ im Herbst 1945 waren Haus, Acker und Forstwirtschaft im Besitz seiner Nachfahren, der Familie Schwarzburger. Danach dienten die historischen Mauern als Kindergarten, Schulküche, vor allem aber als Mehrfamilienhaus für bis zu 11 Familien. Seit September 2016 ist die Bischofsburg wieder bewohnt und in Familienbesitz.
Kollenbey - Ein Sackgassendorf am Gellert
Kollenbey liegt in der von zahlreichen Wasserläufen durchflossenen Saale-Elster-Aue und ist deshalb stark hochwassergefährdet. Im Süden wird es halbkreisförmig von der Gessert umschlungen, einem Altarm der Saale. Die Entfernung zum Zentrum des westlich von Kollenbey gelegenen Schkopau beträgt 1,4 km, die kürzeste Verkehrsverbindung wegen der notwendigen Saaleüberquerung jedoch 5 km. Zwei Kilometer nördlich von Kollenbey verläuft die Saale-Elster-Talbrücke, die längste Eisenbahnbrücke Europas.
Kollenbey ist ein Sackgassendorf. Nach einer Umrundung der leicht erhöht in der Ortsmitte stehenden Kirche führt die Straße wieder zum Ortseingang.
Die Anzahl der Anwesen ist überschaubar, es sind insgesamt 27 Hausnummern vergeben. Die meisten Grundstücke liegen zwischen Straße und Gessert. Nach Schkopau besteht Schul- und Rufbusverbindung. Westlich verläuft die Bahnstrecke Halle–Bebra.
Die Gerwiche - Ein anastomosierender Fluss
Die Gerwische ist ein etwa 8,1 Kilometer langer Nebenarm der Weißen Elster in Sachsen-Anhalt. Als gemeinsamer Altarm der Saale und des ehemaligen Elster-Nebenarmes Luppe ist sie ein Relikt der ursprünglich anastomosierenden Flussläufe (oft als Binnendelta bezeichnet) und hat heute eher den Charakter einer Hochflutrinne.
Die Gerwische beginnt heute am Elsterwehr im Schkopauer Ortsteil Döllnitz als Steinlache. Sie verläuft im Elsterflutbett ungefähr nach Südwesten, wendet sich bei Kollenbey nach Nordwesten und nimmt linksseitig den Markgraben auf, welcher nach etwa 150 Metern rechtsseitig von der Steinlache wieder abzweigt und in die Weiße Elster mündet.
Etwa einen Kilometer nach diesem Abzweig und nordwestlich von Kollenbey erreicht die Steinlache ihr ursprüngliches Flussbett, in welchem sie bis zum Hallenser Stadtteil Planena als Steinlache und, weiterhin grob die Fließrichtung haltend, bis Beesen als Gerwische verläuft.
Der letzte, ebenfalls nordwestlich verlaufende Abschnitt mit einer Länge von etwa einem Kilometer wird häufig auch Stilles Wasser genannt. Er endet an der gemeinsamen Mündung mit der von rechts kommenden Weißen Elster in die von links kommende Saale im Süden von Halle-Silberhöhe.
Die alte Reichsbahnbrücke bei Schkopau
Im Zusammenhang mit der Kanalisierung der Saale für die neue Wasserstraße nach Leipzig wurden auch neue Brücken gebaut. Eine solche Brücke wurde für die Reichsbahn im Jahr 1940 nördlich von Schkopau in Betrieb genommen. Die alte, sechsbogige Brücke, die hier seit den 1840er Jahren bestand blieb zunächst neben der Brücke stehen, vermutlich, da man seit den 1930er Jahren plante, den viergleisigen Verkehr zu ermöglichen.
Im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) wurde die Bahnbrücke bombardiert und beschädigt, danach erfolgte die Reparatur. Sie wurde so gestaltet, dass sie parallel vom Zug- und vom Fußgängerverkehr genutzt werden kann, so dass sie heute auch beliebter Übergang für Radfahrer und Wanderer ist. In den 2020er Jahren wurde der Neubau der Brücke für die 2030er Jahre beschlossen.
Plaste und Elaste aus Schkopau
Im Chemiedreieck Leuna-Schkopau-Bitterfeld gelegen, waren die Werke der Arbeitsplatz für mehr als 20.000 Menschen. Und das verdankte man besonders einem Produkt: Polyvinylchlorid. PVC war nach 1945 der meistproduzierte Kunststoff der Welt.
Ebenso wie Leuna ist Schkopau durch die chemische Industrie geprägt. Die ehemaligen Buna-Werke waren in der DDR für die Herstellung von u.a. PVC bekannt. Heute produziert Dow Chemical am Standort Kunststoffe und Spezialchemikalien. Neben der Saale fließen auch die Weiße Elster und die Luppe durch Schkopau‘s Ortschaften
Den wachsenden Bedarf an PVC deckten in der DDR nur zwei Anlagen. Das Buna-Werk Schkopau und das Chemiewerk Bitterfeld: Standorte mit reichlich vorhandenen Rohstoffressourcen in unmittelbarer Umgebung, sowie einer großen Anzahl "chemieerfahrener" Arbeiter und Ingenieure.
1937 begann in Schkopau die Herstellung von Synthesekautschuk. Im Werk wurden auch Polyvinylchlorid (PVC), Trichlorethen, Formaldehyd, Tetrahydrofuran, Essigsäure, Essigsäureanhydrid und Aceton produziert.
Die längste Eisenbahnbrücke Europas, die Saale-Elster-Talbrücke,
Kraftwerk von Uniper Kraftwerke GmbH
Das Kraftwerk Schkopau. Als Baustein der mitteldeutschen Energieversorgung liefert es durch das Verstromen mitteldeutscher Braunkohle elektrische Energie ins öffentliche Netz (380 kV), in das 110 kV Netz der Deutschen Bahn AG und versorgt die benachbarte Chemieindustrie mit Energie. Der hier u.a. gelieferte Prozessdampf wird in Kraft-Wärme-Kopplung aus den Turbinen des Kraftwerks ausgekoppelt. Das Kraftwerk wandelt jährlich bis zu fünf Millionen Tonnen mitteldeutsche Braunkohle aus dem Tagebau Profen in Strom und Prozessdampf um.
Das Schkoss Schkopau
Das Schloss Schkopau erstreckt sich auf einem Hügel zwischen dem gleichnamigen Ort und der Saale. Es wurde vermutlich im neunten Jahrhundert als karolingische Befestigung erbaut und im zwölften Jahrhundert als die Burg Scapowe ausgebaut.
Heute wird das Schloss als Hotel genutzt. Der Bergfried kann bestiegen werden und bietet einen kontrastreichen Überblick: Im Westen Chemiepark und Kohlekraftwerk, im Norden und Osten die Saale-Elster-Aue mit der Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle.
Quellenangabe: Text und Bild sind zum Teil Auszüge aus Wikipedia und Internet
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